Musikvermittlung



Tönstör
HKB-Studiengang Musikvermittlung

Orchester aus Nichts
Kann ich! - Neue Musik mit Jugendlichen



Tönstör 

Eventmässige Tönstör-Aktionen bleiben Kindern und Lehrpersonen in Erinnerung als kurze und intensive Begegnung mit einer ganz neuen Klangwelt und als einmalige Zusammenarbeit mit Top-MusikerInnen. 

Ziel vom Projekt „Tönstör“ ist, dass jedes Kind im Kanton Bern mindestens einmal in seiner Schulzeit interaktiven Kontakt mit avantgardistischer E-Musik bekommt. Dafür soll Neue Musik von erstklassigen MusikerInnen gespielt, von professionellen MusikvermittlerInnen stufengerecht und werkstattmässig konzipiert und geleitet und von einer unabhängigen Projekt-Leitung organisiert gratis direkt in die Schulen des ganzen Kantons Bern gebracht werden. Tönstör baut auf einer engen  Zusammenarbeit mit möglichst vielen Ensembles, Orchestern und Veranstaltern des ganzen Kantons Bern auf. In der Pilotphase wird Tönstör von Barbara Balba Weber geleitet, die dabei von einer 5-köpfigen Spurgruppe aus erfahrenen Persönlichkeiten unterstützt wird.

Bei  Tönstör- Projekten sind Eigenschaften der Kinder gefragt, die sich in den anderen Fächern oft eher als störend  auswirken. Oft lernen die Lehrpersonen ihre SchülerInnen  von einer ganz neuen Seite kennen- und die Kinder sich selbst  und die anderen auch. Eine Offenheit für völlig neue Klangwelten und für das eigene kreative musikalische Potenzial soll dadurch angeregt werden, dass die Kinder unter fachkundiger Anleitung und zusammen mit professionellen MusikerInnen selber eine Musik machen, die es noch nie vorher gegeben hat und die sich an keinem bestehenden Musikstil orientiert. Es wird dabei nicht (wie sonst normalerweise im Musikunterricht) eine bestimmte Musik möglichst „richtig“ imitiert (nachgesungen, nachgespielt), sondern es entsteht eine ganz eigene experimentelle Musik, die gar nicht „falsch“ sein kann.  

- Programm 2009                                 Radiobeitrag DRS
- Leporello-Interview                            Tönstör-Töne
- Video                                              Info-DVD zum bestellen


Orchester aus Nichts

 
In fünf bis zehn Doppellektionen schafft eine  Schulklasse „aus dem Nichts“ eine eigene experimentelle Musik, die in eine Aufführung mündet. Einziges Instrument ist der eigene Körper, alle Geräuschen und Klänge werden von den Kindern selber gefunden, erfunden,  erzeugt, nach musikalischen Gesichtspunkten geformt und entsprechend präsentiert. Die Kinder entdecken, was Musik alles bedeuten kann: Ausdruck, Dirigieren, Zuhören, Bühnenpräsenz, Rhythmus, Form, Komponieren, Notation, etc.

Es geht in diesem Projekt um das Finden einer eigenen Sprache/Musik (Geräusche von Schreien, Flüstern, Lachen über Stampfen, Klatschen, Schnalzen bis Zirpen, Jammern, Girren), um das Trainieren einer bühnenfähigen Version einzelner Geräusche (Ausdruck, Dynamik, Tempo, Länge, Form, Rhythmus etc) „chorisch“ und „solistisch“ und schliesslich um  Arbeit am Gesamtkonzept (Abläufe, Gesamt-Form). Nicht zuletzt auch geht es um das Zuhören- und Verstehen-Können von experimenteller Musik 

Entstanden und seit Jahren immer wieder durchgeführt im Rahmen des MUS-E-Projekts der International Menuhin Foundation Brüssel 

>Radiointerview MDR         >Workshop Akademie der Künste (PDF)


kann ich! - neue musik mit jugendlichen

Voll ins kalte Wasser werfen und gleich tatkräftig anpacken: das ist das Rezept der Musikerin/Musikvermittleriin Barbara Balba Weber, um Jugendlichen eine praktische Einführung in die sogenannt "neue musik" zu geben. Natürlich kommen alle brennenden philosophischen Fragen und Antworten zum Thema  im Verlauf des Kurses auch auf's Parkett- und dienen,  in einem individuellen Satz auf den individuellen Punkt gebracht, als Grundlage für individuelle Vertonungen. Aber vor allem und als erstes wird gespielt. Und selbstverständlich werden als erstes mal alle Instrumente unter den Jugendlichen getauscht, denn die mühsam erlernten Tonleitern und in harter Arbeit erkämpften Klangideale des eigenen Instruments machen unfrei. Was übrig bleibt an "Können" auf einem fremden Instrument, ist bald einmal klar: nichts. Oder anders gesagt: Musik. Es bleibt einfach nur noch die eigene Musikalität und Erfindungsgabe, egal welche Vorbildung vorhanden ist. In Gruppen, im Tutti und als Solisten arbeiten dann die Jugendlichen an Improvisationen, die sich mit der Zeit in kleine Kompositionen weiterentwickeln und die nach ein paar Tagen Arbeit in eine veritable Aufführung münden.

> Zeitungsartikel 

 

HKB-Modul: Vermittlung neuer Musik an Kinder

Professionelle Musikvermittlung an Kinder aller Altersstufen in verschiedenen Formen (Familienkonzerte, Kinderkonzerte, interaktive Workshops, Projekte mit Schulklassen) wird ein immer wichtigeres Thema im Kulturbetrieb. Die Nachfrage nach fantasievollen und engagierten MusikerInnen, die ein Flair dafür haben, ihre Begeisterung für Musik auf Kinder zu übertragen, ist gross. Anhand vom Beispiel der neuen Musik befassen wir uns mit den wichtigsten Grundlagen der Musikvermittlung an Kinder, erproben verschiedene Modelle von Vermittlungskonzepten und erarbeiten in vielen praktischen Übungen die Entwicklung einer angemessenen Sprache, die experimentelle Gestaltung eines Themas, das Verhalten in einer Schulklasse, entwerfen eine sinnvolle Dramaturgie, verschiedene Möglichkeiten von Interaktionen mit Kindern und Alternativen zur Erklär-Haltung und entwickeln spielerische Interaktionen aus Elementen einer bestimmten Musik.

Ziel ist die konkrete Durchführung eines eigenen Konzeptes und die Supervision bei mindestens einem der andern Konzepte in einer Schule.

> Master-Orientierung Pädagogik HKB (PDF)